Skandal - Belgische Naginataka mopsen pariser Geschirr!

Geschrieben von Andreas Nicol am 25.03.2009 um 20:34
Berichte

Der Anfang des Naginata-Jahres beginnt in Paris – ein Sachverhalt, den man durchaus auch symbolisch sehen kann. Zum französischen Doppelturnier Coupe Tokunaga/Jacques Mercier traten in diesem Jahr Kämpfer aus (natürlich) Frankreich, Belgien, Italien, Großbritannien (incl. Commonwealth, repräsentiert durch den australischen Vertreter - ohne Vorstrafen), Deutschland und zum ersten Mal auch den Niederlanden an. Wie im Jahr zuvor war ich der einzige Deutsche.
Morgens hatte ich noch Zeit für das obligatorische Kulturprogramm, diesmal das Museum Guimet mit seiner Asiatika-Sammlung. Die japanische Abteilung versucht mit Ihren überschaubaren Exponaten alles ein bisschen abzudecken. Besonders zu erwähnen sind die Funde der Frühzeit, sowie die zahlreichen schönen Inrô und Tsuba. Lebhafter in Erinnerung bleibt dagegen die Chinesische Sammlung. Hier gab es die Klingen, Köpfe und Spitzen der alten chinesischen Stangewaffen Ji, Ge und Mao zu sehen.
Weiter ging es zum Wettkampf. Zunächst der Einzelkampf. Nach zwei gewonnen Begegnungen lies ich meinem dritten Gegner Guillaume/FR den Vortritt ins Viertelfinale. Dort muss er sich ganz wohl gefühlt haben, blieb und teilte sich mit Philibert Vandersleyen/BE den dritten Platz. Das Finale bestritten – hätte ich doch bloß gewettet – die Gebrüder Dermine! Aber es kann nur einen geben. Doch das gestaltete sich in diesem Fall natürlich schwierig, bei der großen genetischen und erworbenen Ähnlichkeit der beiden Zwillingsbrüder. Nachdem nach der zweiten Verlängerung immer noch kein Punkt fallen wollte, ging der Schiedsrichterentscheid eindeutig an Tyl.
In der Mannschaft kämpfte ich zusammen mit Loïc „dem Schlächter von Bordeaux“ Delalande und Andrea Fano/IT. Nach einer siegreichen Begegnung trafen wir im Viertelfinale auf Jim Karpinski/FR, Chloé Bellec/FR, Pieter Gerritsen/NL, mit dem ich einen sehr spannenden Kampf hatte. Aber an dieser Mannschaft kamen wir nicht vorbei. Sie belegten im Anschluss den zweiten Platz und wir gewannen Bronze.
Am Sonntag bestand noch die Gelegenheit für ein nettes, gemeinsames Training. Im Anschluss fanden die Prüfungen statt, die diesmal von allen Prüflingen bestanden wurden. Beim schönen Beisammensein zum Mittagessen in großer Runde konnte man leicht die Zeit für den Aufbruch vergessen. Vollgepackt mit vielen Geschenken ging es nach Hause. Wieder mal ein wunderbarer Parisbesuch!
Und so geschah es, dass die Belgier fast das gesamte Geschirr der Pariser einsackten. Wieder ein Jahr aus den Töpfen essen…

Autor und Bilder: Andreas Nicol

Hier die Ergebnisse:

Einzel
1. Platz: Tyl Dermine, BE
2. Platz: François Dermine, BE
3. Platz: Guillaume Gay Mazas, FR, und Philibert Vandersleyen, BE
Kampfgeistpreis: Jim Karpinski, FR

Mannschaft
1. Platz:     François Dermine, BE
        Alessia Cerchia, IT
        Guillaume Laurent, FR
2. Platz:    Chloé Bellec, FR
        Pieter Gerritsen, NL
        Jim Karpinski, FR
3. Platz:    Gilles Spoo, BE
        Jean-Mathieu Gaffié, FR
        Ross Crawfort, AUS
    Und    Loïc Delalande, FR
        Andreas Nicol, DE
        Andrea Baldini, IT

Autor & Bilder: Andreas Nicol

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