47. Hojo Yorii Matsuri, Teil 1: Manöver

Geschrieben von Andreas Nicol am 16.06.2008 um 18:15
Berichte

1590 endete Hideyoshis Feldzug gegen die Hôjô mit dem Fall der Festung Hachigata in Yorii. Vor diesem Hintergrund findet jedes Jahr in Yorii ein Fest statt. Diese ist zum Teil Samuraiparade, wie es sie an vielen Orten auch gibt, darüber hinaus jedoch auch Schlachtnachstellung. Historisch inspiriertes Kriegsspiel wäre vielleicht eine bessere Beschreibung. In mehreren Begegnungen nach unterschiedlichen Szenarien bekämpfen sich die gerüsteten Kämpfer beider Seiten mit entschärften Speeren von 2 m Länge. Dies scheint dem Naginataka ein bisschen knapp bemessen und ist für den Sôjutsu-Praktizierenden natürlich geradezu ein Nano-Speer – und ein gerader noch dazu, wie jeder Hôzôin-Anhänger gleich anmerken würde.
Da erwartungsgemäß niemand Ortsansässiges die Rolle der Invasoren übernehmen will, rückten für diese Aufgabe Spezialisten für’s Grobe an: Aktuelle und ehemalige Budai-Studenten! Und wer sich „Internationale Budô Universität“ schimpft, kann natürlich auch Kräfte aus dem Ausland mobilisieren. 2008 konnte die Truppe von Ebisawa Sensei ein kleines aber bestechendes französisch/niederländische/deutsches NATO-Kontingent aufweisen.
Am Vortag der Schlacht stand zuerst eine ausführliche Aufklärung des Gefechtsfeldes auf dem Plan, danach der Grundkurs Taktik in der Formation. Krönender Abschluss des Manövers war das internationale Strandgestech. Bei diesem sozusagen „Sôdô“ Ippon Shôbu belegte“Island“ (gemäß eines doppelthintersinnigen japanoenglischen Pseudo-Transliterationswitzes, den man einfach nicht  lustig übersetzen kann) den ersten Platz, gefolgt von Deutschland – Inei sei Dank, zur Not geht es auch ohne Kama – und Japan.
Gegen Abend wurde das Fest offiziell eröffnet. Neben den Reden der örtlichen Honoratioren gehörte dazu auch eine buddhistische Messe für die Toten von 1590 und 2007. Im Anschluss gab eine lokale Taikoformation Ihr Können zum Besten, gefolgt von einem Stromgitarrero aus unseren Reihen. Mit einem Feuerwerk, das kräftig durch das gesamte Tal donnerte, ging der Vorabend der Schlacht schließlich zu Ende.

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