Rückkehr nach Frankreich – Coupes Tokunaga & Jaques Mercier 2008

Geschrieben von Andreas Nicol am 25.03.2009 um 20:15
Berichte

Durch die Anreise am Turniervortag bestand genug Zeit für ein Kulturprogramm. Freunde langen Geräts lockt das Armeemuseum, in dem ein breites Spektrum europäischer Stangenwaffen wie Hellebarden, Kusen, Glefen, Partisanen usw. ausgestellt ist. Darüber hinaus gibt es auch eine große Zahl an exquisiten Rüstungen zu bewundern, darunter auch solche besonderen Stücke wie einen mamlukischen Rossharnisch. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der umfangreichen Museumssammlung, welche die Zeit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs abdeckt.
Am Abend trainierte ich zusammen mit den französischen Freunden. Das Training wurde von der traurigen Nachricht überschattet, dass am gleichen Tag Simon Charton gestorben war, die maßgeblich am Aufbau von Naginata in Frankreich beteiligt und darüber hinaus auch entscheidend für die Entwicklung in Europa war.
Die Wettkämpfe des folgenden Tages fanden im chinesischen Viertel von Paris statt, wo man morgens noch die Anwohner beim Tai Chi beobachten konnte. Waren wir 2006 noch zu dritt in einer abenteuerlichen Überlandfahrt durch die kalte Provinz nach Limoges angereist, so war ich nun der Einzige aus Deutschland. Andere Landsleute waren zwar auch für die Wettkämpfe gemeldet, hatten jedoch unfeinerweise teils ganz kurzfristig, teils gar nicht abgesagt, so dass sie noch bis zum Ende auf allen Wettkampflisten standen. Nicht anders als 2006 …
Ich hatte das besondere Vergnügen, im Einzel bereits sehr früh auf den Tokunaga-Vorjahresgewinner und aktuellen Favouriten zu stoßen: Tyl „der Derminator“ aus Belgien. Erwartungsgemäß war das eine sehr einseitige Begegnungen auf seinem Weg ins Finale. In der Endbegegnung traf er dann auf den französischen Favoriten Loïc und beide fochten die Frage, wer die besten Pommes macht, heiß aus.
Effektiv war die belgische Delegation lediglich gekommen, um zu zeigen, dass der prächtige und voluminöse Pokal zwischenzeitlich noch keinen Rost angesetzt hatte. Nach Tyls Sieg kam er wieder in die Transportkiste und zurück nach Brüssel in den Schrank.
Daran konnten auch die beschwörenden Blicke der Maskottchen der anderen Landsmannschaften nichts ändern.
In der Mannschaft zusammen mit Pascale/BE und Adriano/IT hatten wir durch Poolsystem automatisch zwei Gegner. In der ersten Begegnung war mein Gegenüber - Überraschung - Tyl!
Der zweite Durchgang endete unentschieden, so dass die Vorkämpfer beider Mannschaften noch einmal gegeneinander antreten mussten. Das waren Thibaud/FR und ich. Unser Kampf blieb zunächst ohne Gewinner. Auch die Verlängerung brachte keine Klärung. Die Entscheidung per Hantei ging zu Gunsten von Thibauds Mannschaft, so dass wir es leider nicht aus dem Pool heraus geschafft hatten.

Hier die Ergebnisse:

Einzel
1. Platz: Tyl Dermine, BE
2. Platz: Loïc Delalande, FR
3. Platz: Chloé Bellec, FR, und Thibaud Bouard, FR
Kampfgeistpreis: Alessia Cerchia und Simonetta Garrera, beide IT

Mannschaft
1. Platz: Aldo Giarelli, IT
            Jean Louis Moulin, FR
            Loïc Delalande, FR
2. Platz: Noellie Dokla, FR
            Alice Graham, GB
            Tyl Dermine, BE
3. Platz: Claire Simon, FR
            Thibaud Bouard, FR
            Sandrine Turc, FR
    Und   Daniele Cristina, IT
            Aurore Verdot, FR
            Gilles Spoo, BE

Autor & Bilder: Andreas Nicol

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